PayPal, Klarna, Amazon Pay und paydirekt – wir haben uns vier verschiedene Zahlungsanbieter im Vergleich angesehen. Welcher der bekanntesten Anbieter ist der beste?

Der jüngste Skandal um wirecard hat das Thema Zahlungsanbieter wieder in den Fokus vieler E-Commerce Unternehmen und Händler gerückt. Wir haben uns vier der beliebtesten Anbieter näher angesehen und miteinander verglichen. Wir stellen vor: PayPal, Klarna, Amazon Pay und paydirekt.

Warum überhaupt einen Zahlungsanbieter nutzen?

Ein Zahlungsanbieter kümmert sich um die gesamte Abwicklung des Zahlungsprozesses. Das ist für Sie als Shop-Betreiber sehr bequem, sicher und für Ihre Kunden besonders einfach. Mit der Nutzung eines Zahlungsanbieters geben Sie Kunden vielfältige Möglichkeiten der Bezahlung – und schaffen so höhere Chancen auf einen Verkaufsabschluss.

Auswahl an Zahlungsmöglichkeiten erhöht Verkaufsabschlüsse

Nach wie vor ist es so, dass viele Einkäufe im Checkout-Vorgang abgebrochen werden. Nämlich immer dann, wenn Ihre Kunden nicht die bevorzugte Zahlungsmöglichkeit auswählen können. Das belegt auch ein Bericht zur Zahlungsoptimierung des Baymard Instituts, der besagt, dass 8 % der User einen Shop wieder verlassen, wenn dieser zu wenige Zahlungsmöglichkeiten anbietet.

Ungebrochen hoch im Kurs stehen Rechnung und Kreditkarte. Gar nicht gerne gesehen ist hingegen Lastschrift – diese Bezahloption hat einen faden, veralteten Beigeschmack und gibt Kunden kein sicheres Gefühl.

Wenn Sie verschiedene Payment-Anbieter in Ihrem Shop anbieten, erhöhen Sie die Wahrscheinlichkeit einer abgeschlossenen Bestellung deutlich – und schaffen ganz nebenbei mehr Vertrauen und Zufriedenheit auf Kundenseite.

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PayPal PLUS der Platzhirsch unter den Zahlungsanbietern

PayPal erfreut sich immer größerer Beliebtheit und scheint zum führenden Zahlungsanbieter im E-Commerce zu werden – zumindest findet man den charakteristischen blauen PayPal-Button in immer mehr Online-Shops.

Bei PayPal handelt es sich um einen Zahlungsanbieter, der verschiedene beliebte Zahlungsarten unter einem Dach optimiert vereint. Das führende Zahlungssystem bietet Kunden die Möglichkeit, die Bezahlung per Lastschrift, Rechnung und Kreditkarte direkt über PayPal PLUS abzuwickeln. Soll heißen: Egal, welche Zahlung der Kunde wählt, die Abwicklung läuft direkt über PayPal – auch, wenn der Kunde dort kein eigenes Konto hat.

Als Händler genießen Sie hier den großen Vorteil, nur einen Ansprechpartner zu haben – anstatt vieler verschiedener.

  • Kosten pro Transaktion: 1,49 % + 0,35 € bis 2,49 % + 0,35 € (abhängig von monatlichem Umsatz)

Vorteile

  • Integration in jedes Shop-System
  • integrierter Käuferschutz
  • führender Zahlungsanbieter weltweit
  • keine Grundgebühren, keine Vertragslaufzeit
  • Verkäufer erhält das Geld direkt
  • Mit PayPal One Touch sind Nutzername und Passwort vorgespeichert (ständige Neuanmeldung bei Bezahlvorgängen entfällt).

Nachteile

  • Transaktionsgebühren sind abhängig vom monatlichen Umsatz.
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Klarna – Kauf auf Rechnung auf dem Vormarsch

Klarna ist ein schwedischer Anbieter von Zahlung per Rechnung – und ist klar auf dem Vormarsch. In einigen Ländern erfreut sich der Payment-Dienstleister schon jetzt größerer Beliebtheit als PayPal.

Der Dienst wickelt den Kauf zwischen Kunde und Händler ab. Der Kunde zahlt den Rechnungsbetrag zunächst an Klarna, anschließend wird das Geld an Sie überwiesen.

Neben dem 14-tägigen Begleichen der Rechnung besteht für Kunden auch die Möglichkeit, den Betrag direkt per Pay Now oder in Raten zu bezahlen. Auch eine Bonitätsprüfung vorab wird durch Klarna geregelt, um sicherzustellen, dass der Kunde zahlungsfähig ist. Einträge bei der Schufa können demnach dazu führen, dass Ihre Kunden Klarna nicht als Zahlungsmöglichkeit nutzen können – eine deutliche Sicherheit für Sie als Händler.

  • Kosten pro Transaktion: 0,9 % + monatliche Grundgebühr 4,90 €

Vorteile

  • Integration in nahezu jedes Shop-System
  • integrierter Käufer- und Händlerschutz
  • eigenes Finanzunternehmen (unabhängig von Bankinstituten)

Nachteile

  • monatliche Grundgebühr
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Amazon Pay – bequeme Zahlung mit Amazon Konto

Commerce-Gigant Amazon bietet externen Online-Shop Betreibern die Möglichkeit, die Bezahloption Amazon Pay in ihren Shop zu integrieren. Kunden schätzen diese Payment-Möglichkeit mehr und mehr – weil sie sehr bequem und simpel ist.

Beim Checkout klicken die Kunden auf den Amazon Pay-Button; die Zahlung wird via Amazon und den Kundendaten, die mit dem Amazon Konto verknüpft sind, direkt abgewickelt. Adresseingabe beim Checkout in Ihrem Shop entfällt somit. Man könnte sagen, es ist ein One-Click-Prozess, der einfacher nicht sein kann. Das spart Zeit, vermeidet Eingabefehler und reduziert Warenkorbabbrüche. Einzige Voraussetzung: Ihre Kunden müssen über ein Amazon Konto verfügen.

  • Kosten pro Transaktion: 1,2 bis 1,9 % Bearbeitungsgebühr + 0,35 € Autorisierungsgebühr (abhängig vom monatlichen Zahlungsvolumen)

Vorteile

  • Integration in nahezu jedes Shop-System
  • innovative Features: Betrugserkennung, Kundenüberprüfung, Sprachassistenten
  • A-bis-Z-Garantie: eine Absicherung für Kunden, die Zustand der Sendung, rechtzeitige Lieferung und Erstattung umfasst
  • keine Grundgebühren

Nachteile

  • Transaktionsgebühren sind abhängig vom monatlichen Umsatz.
  • Bei Auslandsüberweisung und Zahlungen in Fremdwährung können weitere Kosten anfallen.
  • Ein Amazon Konto ist für Ihre Kunden zwingend erforderlich.
Bildquelle: paydirekt.de









paydirekt – die Konkurrenz aus Deutschland

Der deutsche Zahlungsanbieter paydirekt will PayPal Konkurrenz machen. Gegründet wurde das Online-Bezahlverfahren 2014 von mehreren Banken und Sparkassen – über 1.400 Kooperationspartner zählen zu paydirekt.

Der Dienst funktioniert ähnlich wie PayPal. Einmal ins Shop-System integriert kann der Kunde die Online-Zahlung schnell und bequem durchführen. Ist das entsprechende Bankkonto gedeckt, wird die Zahlung direkt bestätigt. Ein klares Plus ist der Sicherheitsaspekt. Es gelten der deutsche Datenschutz und das deutsche Bankgeheimnis.

Bisher erfreut sich paydirekt auf Kundenseite nur mäßiger Beliebtheit. Beispielsweise wurden 2018 lediglich ca. 40.000 Transaktionen mit paydirekt abgewickelt.

  • Kosten pro Transaktion: individuell verhandelbar mit den Banken

Vorteile

  • Integration in nahezu jedes Shop-System
  • TAN-Abfragen schaffen Sicherheit
  • deutscher Datenschutz und deutsches Bankgeheimnis

Nachteile

  • Fokus nur auf den deutschen Markt
  • bisher wenig Händler und Nutzer
  • vorhandenes Girokonto bei einer der teilnehmenden Banken ist zwingend
  • Transaktionsgebühren müssen mit Banken verhandelt werden
  • Käuferschutz ist zeitlich begrenzt (max. 30 Kalendertage)

Bildquelle: Pixabay.com, PhotoMIX-Company

Fazit: Welcher ist der beste Zahlungsanbieter für Ihren Shop?

Wenn Sie Ihren Kunden das bestmögliche Shopping-Erlebnis bereiten wollen und die Abbruchrate von Kaufabschlüssen reduzieren möchten, lautet die Antwort: Bieten Sie am besten alle oben genannten Payment-Methoden an. Bei allen drei Anbietern überwiegen die Vorteile ganz klar.

Für den Fall, dass Sie sich für nur einen Zahlungsanbieter entscheiden möchten, empfehlen wir PayPal. Der Bezahlfreund ist eindeutig dabei, die Nummer Eins in puncto Online-Bezahlung zu werden und immer mehr Kunden vertrauen und nutzen PayPal.

Bildquelle Titelbild: pixabay.com, LoboStudioHamburg

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