Ständig kommen neue Nachrichten rein, neue Fachartikel, E-Paper, Guides oder Blogartikel. Um up to date bleiben zu können, heißt es: lesen, lesen, lesen. Aber lesen wir wirklich effektiv? Hast Du schon mal einen Text gelesen, an dessen Ende angekommen Du Dich kaum an den Inhalt erinnern konntest? Das ist nervig und raubt wertvolle Zeit. Wir geben Dir deshalb 6 Tipps, wie Du effektiv lesen kannst und dabei Inhalte besser behältst.

Lesen: Höchstleistung für unser Gehirn

Eines vorweg: Wenn Du im Alltag – sowohl beruflich als auch privat – viel liest, machst Du alles richtig. Lesen gehört nämlich zu den besten Trainings für unser Gehirn. Im Vorbeifahren ein Plakat lesen, ein schneller Blick auf Deine letzte WhatsApp-Nachricht oder die skeptische Analyse Deiner Stromrechnung – was Dir mühelos erscheint, ist für Dein Gehirn Höchstleistung.

Lesen: für unser Gehirn Anstrengung pur. Bildquelle: pixabay.com, kaboompics

Denn im Gehirn spielen sich zahlreiche Wahrnehmungs- und Denkfunktionen ab, um das Geschriebene in einen logischen Zusammenhang zu bringen. Hier arbeiten visuelle Fähigkeiten, phonologische Wahrnehmung sowie Langzeit- und Arbeitsgedächtnis komplex zusammen.

Lesen erfordert absolute Konzentration von uns – und ist deshalb manchmal auch ermüdend. Folgende Tricks erleichtern Dir den Leseprozess. Mit etwas Übung kannst Du zukünftig sehr viel effektiver lesen.

1. Lies, wenn Du entspannt bist

Hast Du schon einmal versucht, unter Druck zu lesen? Wenn ja, weißt Du, dass das nicht funktioniert. Es ist praktisch unmöglich, den Inhalt eines Textes zu erfassen, wenn man unter Stress steht. Deshalb gilt: Lies immer nur dann, wenn Du entspannt bist. Dann kann das Gehirn das Gelesene wunderbar verarbeiten, ohne dass Stresshormone Deine Konzentration aufs Lesen lahmlegen.  

2. Informiere Dich über den Autor

Das klingt vielleicht erst einmal merkwürdig, kann aber eine echte Hilfe für das Textverständnis sein: Wenn Du Dich über den Autor eines Fachartikels oder eines Buches informierst, wirst Du die Intention hinter dem Geschriebenen besser verstehen können. Als kleiner Tipp für das nächste Sachbuch: Häufig finden sich im Klappentext wichtige Informationen zum Verfasser, manchmal auch im Vorwort.

3. Reflektiere das Gelesene

Wenn Du das nächste Mal einen Fachartikel oder ein Sachbuch liest, nimm Dir Zeit und halte zwischendurch inne, um das Gelesene zu reflektieren. Dafür legst Du das Buch oder Dein Smartphone bewusst zur Seite und denkst über das Gelesene nach. Dadurch hilfst Du Deinem Kopf, den Inhalt besser zu verstehen und abzuspeichern.

Reflektieren und Notizen machen helfen für ein besseres Textverständnis. Bildquelle: pixabay.com, StockSnap

4. Mach Dir Notizen

Um effektiv zu lesen, ist es zusätzlich zum Reflektieren sehr hilfreich, wenn Du Dir während des Lesens einige Notizen machst. Dadurch, dass Du wichtige Informationen noch einmal niederschreibst, festigst Du das Gelesene zusätzlich in Deinem Gedächtnis – und verstehst die Inhalte auch besser.

5. Recherchiere unbekannte Vokabeln

Ganz gleich, wie belesen Du bist und wie groß Deine Allgemeinbildung ist. Irgendwann kommt der Zeitpunkt, an dem Du über einen Begriff stolperst, mit dem Du nichts anfangen kannst. Hier hilft nur Recherche. Einen unbekannten Fachbegriff kannst Du schnell nachschauen – das hilft beim Textverständnis und erweitert zudem Dein Vokabular. Auch historische Figuren oder Ereignisse, die im Text angesprochen werden und Dir fremd sind, solltest Du recherchieren, um die Textinhalte im Allgemeinen besser zu verstehen.

Effektiver Lesen – auch eine Frage der Häufigkeit. Bildquelle: pixabay.com, Free-Photos

6. Für effektiveres Lesen: am besten täglich

Unser Gehirn ist ein Muskel, der regelmäßig trainiert werden will. Deshalb ist tägliches Lesen (wenn Du es nicht jobbedingt eh schon tust) ideal, um auf Dauer die Effektivität beim Lesen zu erhöhen. Das soll übrigens nicht heißen, dass Du Dir täglich Tolstoi zu Gemüte führen musst. Abends im Bett eine halbe Stunde in einem seichten Roman zu schmökern oder in der Mittagspause den neuesten Artikel auf Deinem Lieblingsblog zu lesen, reicht völlig aus.

Ein kleiner Exkurs: schnelleres Lesen

Wenn Du im effektiven Lesen geübt bist, Du also keine Probleme damit hast, Inhalte direkt zu erfassen, könntest Du eventuell an Deiner Lesegeschwindigkeit arbeiten. Gehörst Du auch zu den Menschen, die beim Lesen jedes Wort einzeln betrachten? Das ist ganz normal, denn so wurde es uns damals in der Schule beigebracht. Wirklich zeitsparend ist diese Lesemethode allerdings nicht – und auch nicht unbedingt notwendig, um den groben Inhalt eines Textes zu verstehen.

Lies quer, nicht Wort für Wort
Versuche, einen Text querzulesen. Das heißt: Betrachte nicht die einzelnen Wörter nacheinander, sondern erfasse ganze Sätze. Wenn Du diese von links nach rechts schnell überfliegst, wirst Du automatisch die wichtigen Schlüsselwörter in den Sätzen bewusst lesen – und so die Intention des Textes verstehen. Diese Lesemethode erfordert etwas Übung, ist aber für den Berufsalltag Gold wert. Schnell eine E-Mail querlesen und trotzdem verstehen, worum es inhaltlich geht. Das spart immens Zeit.

Schau nicht zurück
Beim Lesen neigen wir häufig dazu, noch einmal im Satz zurückzublicken, wenn wir etwas nicht auf Anhieb verstanden haben, oder über ein Wort stolpern. Das stoppt den Lesefluss und ist überdies gar nicht nötig. Lies an solchen Stellen einfach weiter, auch wenn sich Dir ein Satz nicht direkt erschließt. Du wirst den Inhalt aus dem Gesamtkontext heraus dennoch verstehen. Probiere es einfach mal aus.  

Fazit: Effektives Lesen

Effektiv zu lesen ist sicherlich nicht immer erforderlich – beispielsweise dann nicht, wenn Du beim Friseur in einem Boulevard-Magazin blätterst. Für anspruchsvolle Texte, deren Inhalte wichtig sind und die Du Dir merken möchtest oder musst, sind unsere Tipps aber gut geeignet. Wenn Du also das nächste Mal einen Fachartikel lesen willst, denke daran: Entspanne Dich, reflektiere, mach Dir Notizen und recherchiere unbekannte Wörter und Fakten.

Bildquelle Titelbild: pixabay.com, Free-Photos

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